Medizinische Fusspflege


fusspflegeMal im Ernst: die Bedeutung unserer Füsse für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit wird uns doch meist erst dann bewusst, wenn Probleme auftreten.

Die richtigen Schuhe sind das Eine, ein Verwöhnprogramm und die richtige Pflege das Andere. Wie sie das machen können, zeige ich ihnen gerne!

 

 

 

Nagelpiltz:

Was ist ein Nagelpilz?

Nagelpilze haben kein einheitliches Erscheinungsbild, da verschiedene Pilzformen, u.A. auch Schimmelpilze oder Candida Albicans, Mykosen verursachen. Im Anfangsstadium ist oft nur ein Nagel befallen. Sind mehrere Nägel betroffen, kann jeder Nagel anders aussehen, da sich die Mykose in jedem Nagel in einem anderen Stadium befinden kann. Anfangs tritt die Mykose oft nur durch Verfärbungen in Erscheinung: gelbe bis braune oder sogar grünlich-schwarze, strich- oder streifenförmige, seltener punkt- oder fleckenförmige, Verfärbungen, welche sich von der Nagelspitze (oft der Eintrittsort des Pilzes) Richtung Nagelmond ausbreiten. Bleibt die Mykose unbehandelt, dann verändert sich der Nagel massiv: die Verfärbung kann sich über den ganzen Nagel ausbreiten. Die Textur der Nagelunterseite wird weich und bröckelig, teilweise sogar holzig (Nagel kann bis zu 1.5cm dick werden). Da sich der Pilz zwischen Nagelunterseite und Nagelbett einnistet und die Nagelunterseite angreift, löst sich der Nagel an den betroffenen Stellen oft vom Nagelbett ab, d.h. es entstehen „Taschen“ unter dem Nagel, was wiederum das Risiko von Entzündungen massiv erhöhen kann. Im Extremfall stirbt der betroffene Nagel ab.

Wird eine Mykose nicht fachgerecht und vollständig behandelt, kann sie sich auf die anderen Nägel, auch Fingernägel und sogar auf die unmittelbar umliegende Haut ausbreiten. Eher selten breitet sich der Pilz auf andere Hautregionen, auch Schleimhäute, aus.

Wie steckt man sich mit Nagelpilz an?

Ein Nagelpilz ist ein so genanntes mykotisches Lebewesen, d.h. ein Pilz, und wie alle Pilze verbreitet sich auch ein Nagelpilz durch Sporen. Pilzsporen sind Teil unserer Umwelt: in der Luft, auf Böden, in der Erde oder auch auf Textilien (darum Unterwäsche/Socken immer bei 60 Grad waschen!) Bei genügend geschwächtem Immunsystem (psychischer und/oder körperlicher Stress, Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder auch Mangelernährung) kann sich ein Pilz im/am Körper festsetzen und z.B. in Form eines Nagelpilzes auftreten.

BEI EINER MYKOSE KANN OHNE DIE AKTIVE MITARBEIT DES BETROFFENEN KEINE HEILUNG ERZIELT WERDEN. OHNE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN PATIENT, ARZT UND FUSSPFLEGERIN WIRD EIN NAGELPILZ CHRONISCH.

Wie wird ein Nagelpilz behandelt?

Anfangsstadium
Hier könnte eine Behandlung noch ohne ärztliche Unterstützung erfolgreich sein. Allerdings nur, wenn sich der Patient konsequent an die Behandlungsanweisungen der Fusspflegerin hält. Trotzdem empfiehlt es sich, einen Arzt hinzu zu ziehen, damit mittels einer Pilzkultur die Pilzform bestimmt und das entsprechende Medikament verschrieben werden kann. Antimykotische Medikamente (zur Einnahme) sind immer rezeptpflichtig.

Fortgeschrittenes Stadium / Chronische Mykose
Sie muss auf jeden Fall vom Arzt medikamentös behandelt werden – jedoch immer mit unterstützender fusspflegerischer Behandlung. Aktive Mitarbeit des Patienten ist unabdingbar.

Hygiene
Tägliches wechseln der Socken/Strümpfe. Während der Mykosetherapie keine Kunstfasersocken tragen, da diese ein perfektes „Treibhausklima“ für Haut- und Nagelpilze schaffen. Socken/Strümpfe bei mindestens 60 Grad waschen unter Beigabe eines antibakteriellen und antimykotischen Waschmittelzusatzes (in Apotheken und Drogerien erhältlich).

Vor und nach dem Tragen von Schuhen, Finken etc. diese mit einem medizinischen Desinfektionsspray besprühen.

Vor und nach Berühren den betroffenen Fuss und vorsichtshalber auch die Hände desinfizieren.

Innerhalb des gleichen Haushaltes darauf achten, dass Socken, Strümpfe, Finken etc. nicht verwechselt werden.

Einlagen, Zimt-, Lammfellsohlen etc. vor und nach Gebrauch beidseitig mit Desinfektionsspray besprühen. Innenseite der Schuhe nicht vergessen!

Behandlung des betroffenen Nagels
Ihre Fusspflegerin wird Ihnen eine antimykotische (= gegen Pilze) Tinktur/ Lösung mitgeben, womit Sie den befallenen Nagel inkl. Nagelfalz und Nagelwall mehrmals täglich bepinseln/einsprühen.

Die Pflege des befallenen Nagels gehört aus Ansteckungsgründen und wegen dem Komplikationsrisiko in Fachhände. Ihre Fusspflegerin wird den Nagel regelmässig für Sie säubern, kürzen und befallenes Gewebe schonend entfernen.

Bei fortgeschrittener oder chronischer Mykose ist eine medikamentöse Unterstützung durch Ihren Arzt ein absolutes Muss. Er/Sie wird Ihnen, nach Bestimmung der Pilzform, ein antimykotisches Medikament verschreiben.

Behandlungsdauer
Eine Nagelpilzbehandlung ist langwierig. Die Behandlung muss solange fortgesetzt werden, bis sich der Nagel vollständig erneuert hat – in der Regel 8 – 12 Monate. Da oft nach 2 – 4 Behandlungsmonaten eine optische Besserung eintritt, lässt die Eigeninitiative des Patienten zu diesem Zeitpunkt oft nach und die Mykosebehandlung wird abgebrochen. Dies führt nur zu einem Aufflammen der Pilzinfektion und der Nagelpilz breitet sich in der Regel nun aus und wird chronisch.
In schweren Fällen, d.h. wenn bereits mehrere Nägel befallen sind, kann die Mykosebehandlung 1 – 2, selten 3 Jahre dauern.

Fusspflegerische Verantwortung
Als verantwortungsbewusste Fusspflegerin lehne ich jegliche Mykosebehandlung ab, wenn der Patient nicht bereit ist, einen Arzt bei zu ziehen. Gleichermassen behalte ich mir das Recht vor, eine Behandlung abzubrechen, wenn der Patient die medikamentöse Behandlung vorzeitig abbricht oder aus Kostengründen die Fusspflegetermine nicht in 3 – 4 wöchentlichen Abständen wahrnimmt, bzw. die Fusspflege selber vornehmen möchte.
Zwecks besserer Verständlichkeit habe ich bei der Verfassung dieses Infoblattes auf die üblichen medizinischen Fachausdrücke verzichtet.

 

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